Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Ein Adventsgesang von

Ein Adventsgesang

Er kommt, der Held aus Juda's Stamm,
In Löwenkraft, doch als ein Lamm,
Er kommt zu überwinden.
O öffne dich, du Herze mein,
Daß er in Gnaden ziehe ein,
Er woll sich Dir verbinden.
Laß dich willig
Seinen Trieben
Die dich üben
Im Vertrauen;
Einst wirst du im Licht ihn schauen.

Er kommt in stiller Herrlichkeit
Und will, als Kindlein, in der Zeit
In Demut dich gewinnen.
Doch einst wird seine Gottesmacht
Begleitet von der Himmelspracht;
Dann muß vor ihm zerrinnen
Wer das Heute
Träg verträumte,
Sich versäumte
Bei den Schemen.
Kommt, o kommt, sein Heil zu nehmen!

Ein reines Herz nur mag ihn seh'n,
Es kann in's Himmelreich eingeh'n
Nur wer, wie Kindlein, liebet.
Nicht Herrscher braucht der ew'ge Held,
Dein armer Rat ihm nicht gefällt,
Nur Einfalt ungetrübet.
Sag' ihm, klag' ihm
Was dir fehlet,
Was dich quälet;
Er wird raten,
Helfen dir mit Gottesthaten.

So lange dich trifft der Warteschmerz
Gedulde dich nur, liebes Herz,
Er wird im Lichte enden.
Dein Heiland steht zur Seite dir,
Stärkt deinen Glauben für und für,
Bis er kann Rettung senden.
Seiner Flügel
Mildes Kühlen
Kannst Du fühlen,
Wenn dich senget
Trübsalsglut, dein Weg sich enget.

Bald zeucht gewaltig er einher,
Sein Arm wird herrschen mehr und mehr,
Und jeden Feind besiegen.
Wohl dem, der mitgehört zur Schar,
Die ihm sich weihet ganz und gar,
In seinen heil'gen Kriegen!
Er wird herrlich
Bald erscheinen
Mit den Seinen;
Heil anfachen,
Und auf Erden Frieden machen.