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Gebet der Mutter in der heiligen Nacht von

Gebet der Mutter in der heiligen Nacht

Die heil'ge Nacht schwebt nieder mild und klar,
Es glänzt der Mond, der Sterne gold'ne Schaar
Schließt freundlich rings, gleich einem Heil'genschein,
Die weiße, schneebedeckte Erde ein.
Wie feierlich ist Alles, still und prangend,
Gleich wie nach einem großen Heil verlangend!

Mir ist das Herz in sel'ger Wonne wach,
Geschmücket ist mein friedliches Gemach
Gleich einem Kirchlein, und der Weihnachtsbaum
Steht drinnen glänzend wie ein Kindheitstraum;
Aus weißen Lilien flammen helle Kerzen,
Wie Lieb' und Andacht glüh'n in reinen Herzen.

O heil'ger Christ! o komm und steig' herab,
Dem ich mein Kämmerlein geschmücket hab'!
Dir blühet meiner Blumen duft'ger Kranz,
Dir leuchtet meiner Kerzen heller Glanz;
O komm' aus deines Himmels gold'nem Prangen,
Ich harre hier, dich liebend zu empfangen!

Doch hab' ich noch ein and'res Kämmerlein,
Da zieh' vor allen, treuer Jesus, ein:
Zieh' ein in meines lieben Kindes Herz
Und hebe all' sein Fühlen himmelwärts;
Da scheuche weg die dunklen Erdenschmerzen,
Da zünde an die hellen Freudenkerzen.

Das wandle mir zum lichten Paradies,
Da pflege all' die Blumen hold und süß;
Zieh' auf die Rosen roth., die Lilien weiß,
Die ich gestreut zu deinem Ruhm und Preis.
O wie unendlich wäre mein Entzücken,
Könnt' ich's zu deiner ew'gen Wohnung schmücken!

Wie immer heller glänzt die heil'ge Nacht;
Wie immer reiner glüht der Sterne Pracht!
Ich breite meine Arme sehnend aus:
O heil'ger Christ, komm', ziehe in mein Haus!
O komm aus deines Himmels gold'nem Prangen,
Um Alles, was ich liebe, zu umfangen!