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Gebet um Beschützung der Kirche von

Gebet um Beschützung der Kirche

Mel.: Freu dich sehr, o meine

TReuer Hirte deiner Heerde,
Deiner Glieder starcker Schutz,
Sieh doch, wie die Asch und Erde,
Grosser GOtt, mit Grimm und Trutz
Tobt und wütet wider dich,
Und vermißt sich freventlich,
Deine Kirche zu zerstöhren
Und dein Erbtheil zu verheeren.

Du, HErr, bist ja unser König,
Wir sind dein mit Leib und Seel,
Menschen Hülf ist hier zu wenig,
Wo nicht du, Immanuel,
Zu der Deinen Rettung wachst,
Und dich selbst zu Felde machst,
Für dein wahres Wort zu kämpfen
Und der Feinde Rath zu dämpfen.

Es trift deines Nahmens Ehre,
Deiner Wahrheit Heiligthum;
JEsu, deine Glaubens Lehre,
Deines Leidens Kraft und Ruhm,
Und den Dienst, den wir allein
Wir zu leisten schuldig seyn,
Darzu kanst du ja nicht schweigen,
Deine Macht-Hand wirst du zeigen.

Du verlachst der Feinde Tücke,
Treibst der bösen Hertzen Schluß,
Rath und Anschlag selbst zurücke,
Daß er nicht gelingen muß;
Die Verfolgung hat ihr Ziel,
Du verhengst ihr nicht zu viel,
Und pflegst derer nur zu spotten,
Die, HErr, wider dich sich rotten.

Stärcke nur den schwachen Glauben,
Den bei so betrübter Zeit
Fleisch und Satan uns zu rauben,
Und mit Furcht und Blödigkeit
Uns zu schrecken, sind bemüht:
Deine Weisheit kennt und sieht
Deiner Kinder schwach Vermögen,
Und wirst nicht zu viel auflegen.

Hilf den Deinen, und bekehre
Der Verfolger blindes Heer,
Der Verfolgung steur und wehre,
Daß sie uns nicht werd zu schwer,
Nimm dich der Bedrängten an:
Leit auch die auf rechter Bahn,
Die noch jetzt durch Satans Lügen
Sich selbst um ihr Heyl betrügen.

Laß uns recht und redlich handeln
Und in Tauben-Einfalt dir
Gantz gelassen, heilig wandeln;
Doch dabey uns klüglich hier
Schicken in die böse Zeit,
Und vor falscher Heiligkeit,
Auch der Feinde List und Wüten,
Uns mit Schlangen-Klugheit hüten.

Laß, mit Beten und mit Wachen,
Stets uns stehn auf unsrer Hut,
Und nur dich, HErr, lassen machen,
So wird alles werden gut;
JEsus streitet für uns hier,
Und vertrit uns dort bey dir,
Bis wir auf der neuen Erden
Mit ihm triumphiren werden.

Da wird uns ein Räumlein bleiben,
Zu der Welt und Teufels Spott,
Trotz, daß sie uns da vertreiben!
Wir berufen uns auf GOtt,
Wo der selbst Gerichte hält,
Da wirds anders seyn bestellt.
Muß gleich unser Recht hier schweigen,
Unsre Sach ist GOttes eigen.

HERR, wir warten mit Verlangen,
Komm, und mach uns nur bereit,
Dich mit Freuden zu empfangen,
Dein bedrängtes Häuflein schreyt:
Komm, HErr JEsu, zum Gericht,
Ach! verzeuch doch länger nicht,
Unsre Sache zu entscheiden,
Hohl uns heim, zu deinen Freuden.