Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Gottvertrauen von

Gottvertrauen(1)

An deinen Händen ging ich sie,
Gott, meine Lebenspfade;
Mich drückten Leiden, aber nie
Verließ mich deine Gnade.

Aus deiner Hand empfing ich sie,
Die Leiden, die mich übten;
Doch stets erfuhr ich's, daß du nie
Verlässest die Betrübten.

Oft schien mein Loos mir drückend hart,
Ich seufzte, matt von Schmerzen;
Doch, Vater, deine Gegenwart
Gab Trost und Kraft dem Herzen.

Ich kenne meiner Leiden Ziel,
Du zähltest meine Tage;
Drum bin ich unbesorgt, und still
Erduld' ich jede Plage.

Erhalte nur den Glauben mir,
Dann geh's auch, wie es gehe:
Ich lebe, leide, sterbe dir;
Dein Wille, Gott, geschehe!


  1. An dem Gedicht hat Abraham Voß Vieles gebessert, der auch die von der Verfasserin gesetzte Ueberschrift "Im März 1789" änderte und die fünfte der 6 Strophen des Originals ausschied.