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Aufblick zu Gott von

Aufblick zu Gott

Was verlangst du, warum bangst du,
Armes, unruhvolles Herz?
Sei zufrieden, denn hienieden
Ist nur eitler Gram und Schmerz.

Willst du Gaben gerne haben,
Die kein Wurm noch Rost verzehrt?
Laß die Erde, daß dir werde
Was da unvergänglich währt.

Willst du lieben? Suche drüben
Den der liebenswürdig ist;
Alles leide, Alles meide,
Bis du ihm auch ähnlich bist.

Ringe, meide, bis die Freude
Dieser Welt vorüber ist;
Schau zur Höhe, bis das Wehe
Dieser Welt dein Herz vergißt.

O der Schmerzen, bis im Herzen
Treu und Demuth endlich siegt,
Und der Taube frommer Glaube
Selig ihm entgegen fliegt!

Stille, stille! Herr, dein Wille
Der geschehe auch an mir!
Amen, Amen! und dein Namen
Sei gepriesen dort und hier!