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Freude und Vertrauen in dem Herrn von

Freude und Vertrauen in dem Herrn

Welch' hohe Freud' erfüllt die Brust!
Wie fühl' ich mich gehoben,
Weit über Welt- und Erdenlust!
Mein Herz sehnt sich nach Oben. –
Des Heilands Wort, das ewig steht,
Wenn alles Irdische vergeht,
Hebt mich zu hoher Wonne.

Dies Wort, der höchsten Weisheit Quell,
Verbreitet Heil und Segen,
Erleuchtet unsern Geist, und hell
Wird's nun auf unsern Wegen.
Was aller Glanz und Herrlichkeit
Der Erde nimmermehr verleiht,
Giebt Jesu Wort uns reichlich.

Ermahnung, Warnung, Trost und Rath
Ertheilt uns seine Lehre;
Sie zeigt, wie man Gott durch die That
Am würdigsten verehre,
Entwöhnt uns von der Sinne Spiel
Und weiset nach dem hohen Ziel,
Wonach wir sollen trachten.

Wie trostvoll! – der Erlöser spricht:
?Kommt her zu mir, ihr Müden!
Erquickt euch an der Wahrheit Licht,
Sie schafft euch Seelenfrieden.
Folgt meinem Vorbild redlich nach,
Sodann werd' ich an jenem Tag
Euch als die Meinen kennen".

Oft trieb ein heil'ges Sehnen mich,
Zu dir, o Herr, zu treten;
In deinem Gotteswort fand ich
Das Eine, was von Nöthen:
Erinnrung, wenn ich von dir wich,
Vergebung meiner Schuld, wenn ich
Mich reuvoll zu dir wandte.

Und wenn, gehorsam dir, mein Herz
Der Tugend Opfer brachte,
Wenn ich, gebeugt von herbem Schmerz,
Der Hülfe sehnend dachte,
Erfüllt' es mich mit Gottvertrau'n,
Und hieß mich auf zum Vater schau'n,
Der Keinen je versäumte.

Und so vertrau' ich Gott dem Herrn!
Scheid ich einst von der Erde,
So frag' ich nicht, zu welchem Stern
Mein Geist sich schwingen werde.
Das ganze Weltall, Herr! ist dein,
Du wirst mir Seeligkeit verleih'n,
Mich in den Himmel führen.