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Hingabe des Herzens an JEsum von

Hingabe des Herzens an JEsum(1)

Mel.: Nun preiset alle

Dem blutgen Lamme,
Das sich für meine Noth
Am Creutzes-Stamme
Geblutet hat zu Tod,
Dem Mann, der meine Schmerzen fühlte,
Als ihm mein Jammer sein Herz durchwühlte,

Dem geb ich heute
Mich ganz aufs neue hin
Zu einer Beute
Und gänzlichen Gewinn:
Mit mir zu thun, was ihm beliebet,
Vom mir zu nehmen was ihn betrübet.

Ich bin sehr schwächlich,
Das weiß mein Heiland wohl,
Und sehr gebrechlich
Zu dem, was ich seyn soll;
Drum mag mein Arzt und Priester eilen
Und mir all meine Gebrechen heilen.

In seinem Blute
Wäscht er die Flecken aus,
Das mir zu gute
Quillt aus den Wunden raus:
Es ist sein tägliches Bemühen,
Seelen zu reingen und zu erziehen.

Du gute Liebe,
Wenn ich gedenke dran,
Wie deine Triebe
Mich von der Sünden-Bahn
So zärtlich haben abgezogen,
Und wie dein Blut mein Herz überwogen:

So sink ich nieder
Und bin erstaunens-voll,
Erhol mich wieder
Und sage: Ist es wol
Auch möglich, Sünder so zu lieben,
Die dir gemachet so viel Betrüben?

Durch viel Mühe
Hat mich dein Aug bewahrt,
So spat als frühe
Hast du gar nichts gespart;
Drum wirst du mich auch ferner leiten
Und meiner warten auf allen Seiten.

Du hast mich Armen
An dein Herz hingerückt,
Und mit Erbarmen
An deine Brust gedrückt:
Wer sollte nicht zu deinen Füssen
In vollem Danken und Lob zerfliessen?

Du grosser König,
Ein armes Stäubelein
Ist nicht wenig,
MIt dir vertraut zu seyn!
Die Liebe ist ja unbeschreiblich!
Wers nicht erfahren, dem ists ungläublich.

Drum soll mein Herze
Dir ganz gewiedmet seyn;
Bey allem Schmerze
Und Unruh bin ich dein:
Mein Amt ist auch, dich zu erhöhen;
Drum soll mein Auge auf dich nur sehen.

  1. In der ursprünglichen Fassung und unverkürzt nach dem Ev. Gesang-Buch der Gemeine in Ebersdorf (Ebersd. 1742) mitgetheilt. Vgl. den abweichenden Text in dem Gesangbuch zum Gebrauch der ev. Brüdergemeinen. Barby 1778, S. 226