Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Aufmunterung zum geistlichen Kampfe von

Aufmunterung zum geistlichen Kampfe

Frisch auf, verzagtes Hertz!
Wirf durch den Helden-Muth
Die Zagheit hinterwärts,
Es koste Gut und Blut.
Laß dich nicht von allen Seiten
Schändlich deine Feind erstreiten.

Der Held wird nur bekant
Durch blutgen Krieg und Streit,
Und das gelobte Land,
Die schöne Ewigkeit,
Ist ja werth, daß ma ndrum kämpfe
Und mit Ernst die Feinde dämpfe.

Obgleich der treue GOtt
Sein Reich aus Gnaden gibt,
So ist doch sein Gebot
An jedem, der ihn liebt,
Daß er muß mit Christo leiden,
Seiner Feinde Freundschaft meiden.

Durch manche Helden-That
Hat Job den Sieg erreicht;
Der tapfre Paulus hag
Nicht in die Luft gestreicht;
Und viel and'rer Märtrer Siege
Grünten nur durch blut'ge Kriege.

Der Diener folgt dem HErrn
Ja billig bis in Tod;
Die Liebe leidet gern
Auch jede Creutzes-Noth.
Liebe kan die Pein verjagen:
Christi Last ist leicht zu tragen.

Ich schau den Gnaden-Lohn,
Der Sieges-Palmen Glantz,
Die güldne Ehren-Cron,
Der Herrlichkeiten Krantz,
Und das weisse Kleid schon prangen,
So ich werd von GOtt empfangen.

Mein JEsus wird den Schweiß
(Wie denn mein Krieges-Stand
Mir oft macht bang und heiß)
Mit heilig-schönster Hand
Selbst mitleidend mir abwischen,
Und sein Trost wird mich erfrischen.