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Kampflust des Glaubens von

Kampflust des Glaubens

Auf, mein Herz! raff' dich empor,
Spanne deine Blicke,
Feß'le deines Geistes Ohr,
Sieh' nicht mehr zurücke;
Ob's auch noch so sehr bedrängt,
Einer hilft es wagen –
Liebe, die den Kopf nicht hängt,
Mag vom Glauben sagen.

Rüste dich nur innerlich,
Uebe dich im Stehen;
Waffne dich recht festiglich,
In den Sieg zu gehen!
Ach, der ersten Liebe Lust,
Zarter Treue Eifer,
Flammen solcher keuschen Brust
Löschen Satans Geister.

Stille, stille, und doch groß,
Geht's in Gottes Wegen,
Plötzlich bricht die Schranke los,
Segen folgt auf Segen,
So wir wachen, wenn Er kommt,
Seh'n auf Seine Hände,
Fröhlich, wie's dem Kämpfer frommt
Und dem frohen Ende.

Unterwegs ist Müh' und Streit
Denen, welche eilen –
Doch wird sind sogleich bereit,
Freudig zu verweilen,
Wenn der Friedenstag erscheint
Und das Mahl der Freuden,
Da kein Herze hier mehr weint,
Wonne statt der Leiden.

Junge Sehnsucht, werde wach!
Schmücke dich mit Kränzen;
Fasse Muth zur Gottessach',
Sollst auf's Neue glänzen!
Ströme, ströme, Geistesbad,
Daß die Liebe brenne,
Daß doch Keiner mehr sei satt,
Herz um Herz Ihn kenne!

Schließ' den Bund um Deinen Herd,
Horch' auf uns're Bitte!
Wir als Einer, hold und werth,
Du in uns'rer Mitte!
Liebe, gieb der Liebe Kraft,
Göttliches Gelingen!
Nun, es ist durch deine Macht
Kein vergeblich Ringen.

Neue Treu' und neue Stärk',
Neues Wort und Wesen,
Neuer Glaub' und neues Werk,
Neues Früchtelesen!
Ist dein Kreis auch immer klein,
Wollest nun ihn weihen
Festlich mit dem Lebenswein:
Uns mit dir zu freuen.