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Halt ein, mein Herz, halt ein mit Sorgen! von

Halt ein, mein Herz, halt ein mit Sorgen!

Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen Güte

Halt ein, mein Herz! halt ein mit Sorgen
Und gieb sie deinem Vater hin!
Vor ihm ist keine Noth verborgen,
Er träget dich in Herz und Sinn:
Du darfst ihm deine Bitte bringen,
Er hört dich an, kennt deine Pein;
Doch willst du ihm ein Loblied singen,
Mußt du zuvor geduldig seyn.

Geduldig seyn bringt endlich Lachen,
Der Vater wehret allem Leid
Und weis es immer wohl zu machen,
Die Hülfe kommt zu rechter Zeit!
Darum so fliehe alles Zagen,
Thut gleich der Kummer etwas weh:
Gedenk, Gott hilft die Last ertragen,
Darum nur gläubig zu ihm fleh!

Es fleht zwar mancher viele Jahre,
Eh er mit Siegeszeichen prangt;
Es kriegt auch mancher graue Haare,
Eh er der Hoffnung Ziel erlangt:
Doch wird ihm das, was er gesuchet,
Nach Gottes Willen noch beschert
Und wer die Ungeduld verfluchet,
Wird unverhofft der Hülf gewährt.

Von Gott muß alle Hülfe kommen,
Denn er regiert die ganze Welt,
Er kennt die Bösen und die Frommen,
Er ists, der Bund und Glauben hält.
Durch seine Macht bin ich gebohren,
Von ihm hab ich auch meinen Stand,
Er hat mich ihm zur Braut erkohren,
Mein Name steht in seiner Hand.

In Gottes Hand steht auch mein Glücke
Und geht es noch so wunderlich,
Seh ich auch manche trübe Blicke,
Mein Jesus offenbaret sich.
Er wehret bald den wilden Wellen;
Obschon mein Schiff ein Wirbel treibt,
So sieg ich doch, mich darf nichts fällen,
Weil Jesus selbst mein Anker bleibt.

In dieser Hoffnung laß mich stehen,
Du weiß'st, o Herr! die rechte Zeit;
Du läß'st das Wetter übergehen,
Denn schau ich deine Herrlichkeit.
Du kannst und willst mich nicht verlassen,
Was du verheiß'st trifft pünktlich ein.
Ach! hilf mir dich im Glauben fassen,
So wird mein Wusnch erfüllet seyn.