Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Auf die freye Art der Sylvien von

Auf die freye Art der Sylvien

Dein Blick soll, wie du denckst, gleich durch die Hertzen dringen,
Und deine blancke Brust der Männer Netze seyn,
Betrogne Sylvia! es seynd vergebne Schlingen,
Sie plumpen nicht so gleich, wie tumme Gimpel, ein.
Wer wolte sich von dir was tüchtiges versprechen?
Mann weiß schon, was dein Sinn vor schöne Mucken hegt.
Drum sehnt sich keiner nicht die Frucht bey dir zu brechen,
Wornach sich doch in dir ein groß Verlangen regt.
Wir lachen, wann du sie durch Minen wilst berücken.
Ach! stich dich nicht darein, es beist leicht keiner an.
Es muß ein Hercul seyn, der sich zu dir soll schicken,
Weil dich, Syrene, nicht ein Mann ersättgen kan.