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Zufällige Gedancken über die Margaris von

Zufällige Gedancken über die Margaris

Bekommst du, Margaris, ists möglich? einen Mann,
Der dich als seine Frau beständig lieben kan?
An Löffel-Knechten hat es zwar dir nie gemangelt,
Wie mancher Näscher hat bey dir bereits geangelt;
Doch wenns zum nehmen kam, da war niemand zu Hauß,
Da sah es ziemlich leer, betrübt und windig aus.
Es solten, dachtest du, die Minen und Gebehrden,
Weil alles reitzend hieß, zu Fang und Sprenckeln werden.
Du färbtest Wang und Mund, so schön man immer kan,
Dieweil dir Jesabel die Kunst gelernet, an.
Du suchtest alles vor, was zu charmiren nöthig,
Und unter allen war kein einiger erböthig
Sein Hertze dir zu weyhn, daher es würcklich schien,
Du würdest gantz gewiß das Hospital beziehn,
Und die Kleinodien vom Jungfräulichen Leben,
Den Würmern dermahleinst, als ein Legatum, geben.
Doch nun beschämest du dafür die gantze Stadt,
Die solchen tollen Wahn bisher geheget hat.
Du hast nunmehr gesiegt, es hat sich was gefangen,
Denn Coridon ist doch noch in dein Netz gegangen.
Beglückter Coridon, du hast dir was erwehlt,
Das lange Jahre schon die Stunden abgezehlt,
Wenn einst ein Freyher käm; dein schön lacquirtes Weibgen
Schmeißt Nest und Cräntzgen hin, und küßt das Weiber-Häubgen.
Wohl wissend, daß die Tracht ihr lange schon gebührt,
Ihr stiller Wandel hat ohnfehlbar dich verführt.
Es muß dich alle Welt in diesem Stücke loben,
Daß du der Margaris dein Hertz hast aufgehoben.
Findst du gleich nicht den Kern, der andern war geweyht,
So spühret man an dir doch die Vergnügsamkeit.
Die Liebe suchet dich mit Datteln abzuspeisen,
Die Schaalen schmecken süß, der Kern ist wegzuschmeissen.
Doch siehe dich ja vor, daß dir diß liebe Kind
Actäons Feder-Busch nicht auf dein Hüthgen bind.
Du must, wofern du wilst der Hahn im Korbe bleiben,
Das vorige Gewerb der Frau nicht lassen treiben.