Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Zuversicht von

Zuversicht

Der Dichter steht am Meer und schaut hinaus -
Im Morgenglanze sieht er Segel ziehen
Und dann verschwinden.
So zog sein Herz voll Lieb' und Sehnsucht aus,
Zu finden
Ein schönes Land, wo Paradiese blühen.

Der Mittag kommt mit seiner schwülen Gluth,
Um schwere Wetterwolken aufzuthürmen
Am Himmelsbogen;
Da senkt sich rasch der Abend auf die Fluth,
Die Wogen
Empören sich in blitzdurchzuckten Stürmen.

Und endlich naht die friedenreiche Nacht -
Doch ach! er sieht ein Wrack zum Ufer schwanken,
Im Mondenschimmmer!
Versunken ist des Schiffes reiche Fracht,
Und nimmer
Wird es dem Gruß der andern Segler danken.

"O Dichterherz, so kehrst du nimmermehr!
Gesänge sind den Segel, Hoffnung - Steuer,
Zwar nimmer landen
Wirst du am Sehnsuchtsstrand, in fernem Meer,
Doch stranden
Das wirst du nie, du bist den Göttern theuer."