Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Strandlied von

Strandlied

Wie wunderbar, wie wunderbar
So in den Strom zu schauen!
Wohl ist er still und silberklar,
Und faßt mich doch ein Grauen.

Es wirbelt und es wogt und kreist
Und kommt und zieht von hinnen -
Wohnt eine Seele, wohnt ein Geist
In diesen Wassern drinnen?

Ich sinne tief und tiefer nach
Und muß hinunter lauschen,
Es war mir so, als tönt' ein "Ach"
Durch dieses leise Rauschen.

Nun steigt es aus dem tiefsten Grund
Und wallet hin und wieder,
Ein seltsam Tönen thut sich kund:
Das sind die Wellenlieder!

Und wer sie singt, ich wüßt' es gern,
Möcht' in die Tiefe steigen,
Möcht' wie der lichte Abendstern
Mich strahlend drüber neigen.