Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Abend am Rhein von

Abend am Rhein

Die Sonne sinkt und schwindet und verglüht,
Die letzte lichte Rosenwolke flieht
Auf Windesflügeln
Nach entfernten Hügeln.

Die Linde rauscht - es zittert Glockenklang
Herüber durch die Fernen wie Gesang,
Und diese Lüfte
Bringen Nebeldüfte.

Und diese Lüfte streifen zu der Fluth,
Die schon im Schatten der Gebirge ruht,
Und sanft, doch schnelle
Steigt und sinkt die Welle.

O Tag, wohin? o Abendstern, woher?
Schon seh' ich nicht die blauen Fernen mehr,
Schon dämmert trüber
Jener Strand herüber,

Am Ufer richtet sich ein Segel auf,
Wohin? - verschwunden schon sein stiller Lauf,
Nach Geisterweise
Leise - leise - leise.