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Rastloses Wünschen von

Rastloses Wünschen

Herr! wie nach tausendfach lockendem Gut
Reich' ich mit tausend Armen empor.
Ach, welche nimmer sich kühlende Gluth
Ruft dieses Streben und Wünschen hervor!

Und dieses Sehnen, die ewige Qual,
Senktest du selber in's Herz hinein -
Und all' die Schätze - o tausendmal
Kannst du sie geben - Alles ist dein!

Warum dies Sehnen in menschlicher Brust,
Warum die schöne lockende Welt,
Wenn meine Seele die wonnige Lust,
Ueberall winkend, nimmer erhält?

Du ja hast Beides geschaffen - und du
Läßt es versinken, läßt es bestehn;
Wiege, o wiege die Wünsche zur Ruh,
Oder reiche mir, was sie erflehn!