Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Meine Heimath von

Meine Heimath

Die Heimath sucht' ich lange,
Die ich so früh verlor,
Wohl klopft' ich müd' und bange
Umsonst an Thür' und Thor;
Nicht lud mich zum Verweilen
Der Liebe freundlich Wort,
Mein krankes Herz zu heilen, -
Und rastlos trieb mich's fort.

Klang wo mir froh entgegen
Ein süßer Heimathlaut,
Winkt' wo auf meinen Wegen
Ein Ort mir heimathtraut:
Gleich hemmt' ein traurig Ahnen
Die Freude grausam mir,
Wie lange, rief ein Mahnen,
Wie lange bleibst du hier? -

Nun endlich im Asyle,
Wie einst im Vaterhaus,
Wie auf der Kindheit Pfühle,
Ruh' jetzt ich selig aus.
Mir bot nach all den Schmerzen
Das Glück die reiche Hand,
Seit ich an deinem Herzen
Die Heimath wiederfand.