Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Das Nordlicht von

Das Nordlicht
1777

Ah! welch ein Glanz im blauen Sterngefilde!
Willkommen, lieblichs Rosenlicht,
Am späten Abendhimmel! - Wie so milde
Dein Blick die schauerlichen Wolken bricht!

Willkommen aus des Nordpols bangen Zonen;
Aus Grönlands todtenlanger Nacht,
Auch uns, die wir im mildern Strale wohnen,
Uns, denen freundlicher die Sonne lacht. -

Der Aberglaube sieht in deinen Stralen,
Die mild, von Osten bis zum West,
Mit Rosenglanz den blauen Aether malen,
Krieg, Überschwemmung, Stürme, Hunger, Pest.

Ich aber weide mich an deiner Schöne,
An deiner wundervollen Pracht,
Und ruf' aus meiner Leyer neue Töne,
Und singe bis der Morgenstern erwacht.