Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Die Brillen von

Die Brillen

Peter, der, ach! wie gern, gelesen, ging endlich zu Markte,
Eine Brille von Tausenden sich beym Krämer zu wählen.
Gebet mir her, sprach Peter, von allen die schönsten und klarsten;
Unter den schönsten wähl' ich die allerschönste, die beste.
Was ihr fordert, bezahl' ich, (paßt mir nur eine) mit Freuden.
Alle Brillen der Bude giebt Bachmann, und Peter probieret
Alle Brillen und hält den Eulenspiegel darunter;
Aber umsonst! er liest kein Wörtchen des lustigen Buches,
Wirft sie zürnend zurück dem höchst betretenen Manne,
Welcher sich schnell erhohlend begreift, was Petern wohl fehlet.
»Habt ihr auch lesen gelernt?« so fragt er mit schlauer Geberde.
Hastig erwiedert ihm Peter: »ja, hätt' ich lesen gelernet;
Säht ihr mich hier nicht; was braucht' ich Gesunder! denn euch und die Brillen?«