Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Des Abends, am 18ten Julius von

Des Abends, am 18ten Julius

Wie es so schön am Abend ist
Bei sanfter Lüfte Wehn,
Im stillen, mondbeglänzten Hain,
Am Murmelbach - wie schön!

Hier, wo vom Gras' und weichem Moos
Der Lichtwurm sich erhebt,
Und durch Gesträuch' und Blumen hin
Zum Abendtanze schwebt.

Wo durch der Laube dunkles Grün
Ein mildes Sternchen blinkt,
Und mit der Linde Blüthenduft
Das Herz Erquickung trinkt.

Wo mit der Weide schlankem Ast
Der Sommer-Westwind spielt,
Und ihres Gottes Gegenwart
Die Seele näher fühlt:

Hier, sanft umblüht von Anmuth, freu'
Ich deiner mich, o Ruh!
Genuß des Lebens strömst du mir,
Und hohe Wonne zu.

Selbst Könige beneid' ich nicht,
Das höchste Glück ist mein:
Ein fühlend Herz - Dank dir, o Gott!
Könnt' ich beglückter seyn? -