Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Sturmeswerben von

Sturmeswerben

Hei, wie er tobt!
Wie er die nackten,
Sehnigen Schultern
Wild an die zitternden Scheiben stemmt.
Wie er ruft,
Wie er lockt!
Auf dem Tische das Flämmchen
Huscht hin und her,
Als ob es gescheucht,
Verängstigt wär,
Und die Rose im Glase
Strömt schweren Duft
In die dumpfe,
Brütende Kammerluft.
Was willst du von mir,
Du trotz'ger Geselle?
Was schaust du mit irren,
Glühenden Augen
In meine einsame
Kammer hinein?
Dein soll ich sein,
mit dir wandern?
Wohl thät ich's gern,
Denn mein Blut ist heiß,
Doch will ich dir sagen,
Was Keiner weiß:
In Liebe bin ich
Und süßer Noth,
In Sehnsucht, Jubel.
In Lust und Tod -
Eines Andern!