Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Mit dem Sturm um die Wette. von

Mit dem Sturm um die Wette.

Mein gluthäugig Liebchen, mein wilder Genoß,
Komm, schwing dich behende zu mir auf das Roß,
Wir jagen zusammen hinein in die Welt,
So wild und so weit es dir immer gefällt.

Du schüttelst die Locken, mein schwarzbraunes Kind,
Wie flattern sie lustig im wehenden Wind,
Du jauchzest und singst in entfesselter Lust
Und wirfst beide Arme mir wild um die Brust.

Du Wand'rer am Wege, was schaust du uns nach,
So müd und verdrossen, die Seele voll Plag? ...
Hopp, heißa, mein Rößlein, zum lustigen Ritt,
Beeile dich, Sturmwind, sonst kommst du nicht mit!

Und dunkelt die Erde, dann suchen wir Ruh,
Es deckt wohl der Mantel uns beide dann zu,
Und droben die Sterne, die halten die Wacht,
Bis zögernd entschwindet die seligste Nacht.