Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Ach Gott, wie weh thut Scheiden von

Ach Gott, wie weh thut Scheiden,
hat mir mein Herz verwundt.
So trab ich über die Heiden,
und traure zu aller Stund.
Der Stunden der sind allzuviel,
mein Herz trägt heimlich Leiden,
wiewohl ich oft fröhlich bin.

Hatt' mir ein Gärtlein bauet
von Veil und grünem Klee,
ist mir zu früh erfroren,
thut meinem Herzen weh;
Ist mir erfrorn bei Sonnenschein
ein Kraut: Je länger je lieber,
ein Blümlein: Vergiß nicht mein.

Das Blümlein, das ich meine,
das ist von edler Art,
ist aller Tugend reine,
ihr Mündlein das ist zart,
Ihr Äuglein die sind hübsch und fein,
wenn ich an sie gedenke,
so wollt ich gern bei ihr sein.

Mich dünkt in all meim Sinne,
und wenn ich bei ihr bin,
Sie sei ein Kaiserinne,
kein' lieber ich nimmer gewinn,
Hat mir mein junges Herz erfreut,
wenn ich an sie gedenke,
verschwunden ist mir mein Leid!