Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An die Einzig von

An die Einzige

O über diesen Liedersegen!
Er quillt aus jeder Rose mir,
Aus jeder Blüte mir entgegen,
Und alle Lieder weih' ich dir.

Nur auf der Leier eine Saite,
Die klinget andern Schönen noch;
Das nennen Untreu' nun die Leute -
Ich aber nenn's ein drückend Joch!

Wer kann das Auge so bewahren,
Daß nicht ein Strahl ihm dringt hinein?
Wer kann in seinen jungen Jahren
So kalt und so besonnen sein?

Ich mach' es wie der stille See,
Der spiegelt auch die Sterne wider,
Doch bis in seines Herzens Näh'
Dringt nur des Mondes Strahl hernieder.