Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Stilles Glück von

Stilles Glück

In Sommermittagsschwüle,
Halb träumerisch, halb wach,
So sitzen wir beisammen
Im traulichen Gemach.

Durchs weinumlaubte Fenster
Fällt spielend der Sonnenschein,
Und die Gedanken lassen
Sich mit aufs Spielen ein.

Ja jeder träumt behaglich
In selbstvergessener Ruh',
Die Fliegen summen und surren
Einschläfernd ein Lied dazu.

Nur sie schwebt still geschäftig
Wie immer durchs Gemach,
Ich schau', wie Vater und Mutter
Fürsorglich sie bedenkt,
Dazwischen dann verstohlen
Süß herzigen Blick mir schenkt.

Ich sinne, welch ein Zauber
In diesem Mädchen webt,
Der alle fast beschleichet
Und alle Ruh' belebt.

Zur Harmonie verklinget
Der sturmbewegte Sinn,
Ich gebe mich dem Zauber
Mit vollster Seele hin.

Es treffen sich und grüßen
Sich heimlich Blick auf Blick - -
Kein andrer hat geahnt
- So still war's - unser Glück.