Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Graf Bismarck von

Graf Bismarck

Der große Tag ist zu Ende von der Königsgrätzer Schlacht,
Die Sieger fragen endlich nach Ruhe, schon ist es tiefe Nacht.

In Horsitz bei Linientruppen legt hungrig und gar matt
Sich nieder als Schlachtgenosse ein preußischer Landwehrsoldat.

Seine Kammer ist die Straße, sein Bette das ist Stroh:
Graf Bismarck, du Königsberater, wer bettet dich also?

Zwar denkt er - er denkt ja manches - 'weich heut nicht gebettet ich ward,
Doch ist's nicht zum erstenmale, daß meine Lage hart.

Was frag ich nach warmer Decke, deckt mich mein Gott nur zu;
Was frag ich nach weichen Kissen! Herr, schenk unserm Volke nur Ruh!'

Also gebettet auf Hoffnung, des Königssieges froh,
Schläft unter Gottes Schirmen Graf Bismarck ein auf Stroh.