Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Der Mensch hat nichts so eigen von

Der Mensch hat nichts so eigen,
so wohl, steht nichts ihm an,
Als daß er Treu erzeigen
und Freundschaft halten kann;
Wenn er mit seines Gleichen
soll treten in ein Band,
verspricht sich, nicht zu weichen,
mit Herzen, Mund und Hand.

Die Red ist uns gegeben,
damit wir nicht allein
Für uns nur sollen leben,
und fern von Menschen sein;
Wir sollen uns befragen,
und sehn auf guten Rat,
das Leid einander klagen,
so uns betreten hat.

Was kann die Freude machen,
die Einsamkeit verhehlt?
Das giebt ein doppelt Lachen,
was Freunden wird erzählt;
Der kann sein Leid vergessen,
der es von Herzen sagt;
der muß sich täglich fressen,
der in Geheim sich nagt.

Gott stehet mir vor allen,
die meine Seele liebt;
Dann soll mir auch gefallen,
der mir sich herzlich giebt.
Mit diesen Bundesgesellen
verlach ich Pein und Not,
geh auf den Grund der Höllen
und breche durch den Tod.