Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Der Mond der scheint von

Der Mond der scheint,
das Kindlein weint:
Die Glock schlägt zwölf,
daß Gott doch allen Kranken helf.

Gott alles weiß,
das Mäuslein beißt;
Die Glock schlägt ein,
der Traum spielt auf dem Kissen dein.

Die Sternlein schön
am Himmel gehn:
Die Glock schlägt zwei,
sie gehn hinunter nach der Reih.

Der Wind der weht,
der Hahn der kräht:
Die Glock schlägt drei,
der Fuhrmann hebt sich von der Streu.

Der Gaul der scharrt,
Die Stallthür knarrt:
Die Glock schlägt vier,
der Kutscher siebt den Hafer schier.

Die Schwalbe lacht,
die Sonn erwacht:
Die Glock schlägt fünf,
der Wandrer macht sich auf die Strümpfe.

Das Huhn gagackt,
die Ente quackt:
Die Glocke schlägt sechs,
steh auf, steh auf, du faule Hex!

Zum Bäcker lauf,
ein Weckleion kauf;
die Glock schlägt siebn,
die Milch thu an das Feuer schiebn.

Thu Butter nein
und Zucker fein:
Die Glock schlägt acht,
geschwind dem Kind die Supp gebracht!