Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Frisch auf zum fröhlichen Jagen! von

Frisch auf zum fröhlichen Jagen!
so rief der Hörner Klang,
So rief in frohen Tagen
der muntre Jagdgesang.
Verklungen sind die Lieder,
die blanken Waffen ruhn;
wir aber fragen wieder:
Wo sind die Jäger nun?

Ein Kirchhof liegt gebreitet,
kein' Mauer faßt ihn ein,
Kein Hügel ist bereitet
mit hohem Leichenstein.
Der Pflüger pflügt darüber
und fragt nicht nach dem Grab,
der Wandrer zieht vorüber,
schaut nicht auf euch hinab!

Sie freuen sich der Ähren,
die euer Blut getränkt,
Sie schmücken sich mit Ehren,
die euch der Tod geschenkt;
Sie brechen von den Kränzen,
die euch der Sieg vertraut,
sie fliegen zu den Tänzen
mit eurer jungen Braut.

Die Welt will untreu werden,
so bleiben wir getreu,
Damit die Lieb auf Erden
nicht ganz verschwunden sei!
Das Fest, das wir begehen,
hat euch dem Tod geweiht,
mag es fortan bestehen,
ein Zeichen eurer Zeit!

Frisch auf, zum fröhlichen Jagen!
so sangt ihr in der Schlacht;
Euch sei in diesen Tagen
dies Lied zum Gruß gebracht.
Und dürfen wir nicht jagen
und schlagen, auf den Feind:
was kommt, wir wollen's tragen,
so treu wie ihr vereint!