Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Gott des Himmels und der Erden von

Gott des Himmels und der Erden,
Vater, Sohn, heiliger Geist,
Der es Tag und Nacht läßt werden,
Sonn und Mond uns scheinen heißt,
Dessen starke Hand die Welt,
und was drinnen ist erhält:

Gott, ich danke dir von Herzen,
daß du mich in dieser Nacht
Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen
hast behütet und bewacht,
Daß des bösen Feindes List
mein nicht mächtig worden ist.

Laß die Macht auch meiner Sünden
jetzt mit dieser Nacht vergehn;
O Herr Jesu, laß mich finden
deine Wunden offen stehn,
Da alleine Hilf und Rat
ist für meine Missethat.

Hilf, daß ich mit diesem Morgen
geistlich auferstehen mag
Und für meine Seele sorgen,
daß, wenn nun dein großer Tag
Uns erscheint und dein Gericht,
ich davor erschrecke nicht.

Führe mich, o Herr, und leite
meinen Gang nach deinem Wort;
Sei und bleibe du auch heute
mein Beschützer und mein Hort;
Nirgends, denn von dir allein,
kann ich recht bewahret sein.

Meinen Leib und meine Seele,
samt den Sinnen und Verstand,
Großer Gott, ich dir befehle,
unter deine starke Hand;
Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm,
nimm mich auf, dein Eigentum.

Deinen Engel zu mir sende,
der des bösen Feindes Macht,
List und Anschläg von mir wende
und mich halt in guter Acht,
Der auch endlich mich zur Ruh
trage nach dem Himmel zu.