Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Habt ihr in hohen Lüften von

Habt ihr in hohen Lüften
den Donnerton gehört,
Von Forbach aus den Klüften,
von Weißenburg und Wörth?
Wie Gottes Engel jagen
die Boten her vom Krieg!
drei Schlachten sind geschlagen,
und jede Schlacht war Sieg.

Preis euch, ihr treuen Bayern,
stahlhart und wetterbraun,
Die ihr den Wüstengeiern
zuerst zerspellt die Klau'n!
Mit Preußens Aar zusammen
wie trutzte ihr dem Tod,
hoch über euch die Flammen,
des Reiches Morgenrot!

Und ihr vom Gau der Katten,
und ihr vom Neckarstrand,
Und die aus Waldesschatten
Thüringens Höh'n gesandt,
Ihr bracht', zum Keil gegliedert,
der Prachtgeschwader Stoß!
trau'n, was sich so verbrüdert,
das läßt sich nimmer los.

Und die ihr todverwegen,
von Leichen rings umtürmt,
Dreimal im Eisenregen
den roten Fels erstürmt,
Wo blieb vor euch das Pochen
auf Frankreichs Waffenruhm?
Sein Zauber ist gebrochen,
nach bricht das Kaisertum.

So sitzt denn auf, ihr Reiter,
den Rossen gebt den Sporn
Und tragt die Losung weiter:
"Hie Gott und deutscher Zorn!"
Schon ließ der Wolf im Garne
das beste Stück vom Fließ,
die Maas hindurch die Marne,
auf, hetzt ihn bis Paris!

Und ob die wunden Glieder
mit der Verzweiflung Kraft
Er jäh noch einmal wieder
empor zum Sprunge rafft:
Dich schreckt sein Dräun und Rasen
nicht mehr, o Heldenfürst!
Laß die Posaunen blasen
und Babels Veste birst.

Der feigen Welt zum Neide
dann sei dein Werk vollführt,
Und du, nur du entscheide
den Preis, der uns gebührt!
Es stritt mit uns im Gliede
kein Freund als Gott allein,
so soll denn auch der Friede
ein deutscher Friede sein.