Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Carmina secessum scribentis et ocia quærunt von

Carmina secessum scribentis et ocia quærunt

Vor 1638.

Glück zu, jhr grünen Bäume,
Ihr Hauß der Sicherheit,
Ihr Vorraht guter Reime,
Schatz aller Fröligkeit!
Fahrt fort, lasst ewre Lieder
Mir bringen Lust vnd Ruh!
Ich setze mich hie nieder
Vnd hör' Euch fleissig zu;

Du sanffter West-Wind pfeiffe
Vnd halte recht den Schlag,
Daß alles seine Läuffe
Gebührlich machen mag!
Das Laub ist gäng vnd rege,
Die Lufft ist sanfft vnd still,
Kein Vogel ist, der träge
Sich jetzt erweisen will.

Indem der Mey behende
Jetzt von vns Abschied nimpt,
Wie allem Thun sein Ende
Zu haben ist bestimmt:
Will ich auff meiner Geigen
Im gleichen lustig seyn,
Sitz' vnter ewren Zweigen
Vnd stimme mit Euch ein.

Wolt jhr darumb mich neiden?
Er selbst, Herr Adersbach,
Mag es sehr gerne leiden,
Daß ich mich frölich mach'
Hie, wo er an dem Pregel
Sein Lust-Hauß siehet stehn,
Vnd wo der Russen Segel
Vorber müssen gehn.

Ich lass', euch Bäume, ragen
So hoch jhr jmmer könnt,
Vnd edle Zweige tragen;
Dafern jhr mir vergönnt,
Daß ich nur mag daneben
Auch Herren Adersbach
Hoch vber euch erheben
Biß an der Sternen Dach.