Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

An Hn. von Oppen zu Waldaw von

An Hn. von Oppen zu Waldaw

1653. 1. Novembris.

Hier sehn ich mich nach Pferden,
Waß geh ich immer an,
Daß, eh es Nacht wil werden,
Ich heim gelangen kan?
Ist Niemand hie zugegen,
Dem dieß zu Hertzen fährt
Vnd mich auff zweyen Wägen
Nach Königsberg gewehrt?

Wirdt mich von Oppen lassen,
Des wahren Adels Ruhm,
Der Kunst in Gunst zu fassen
Hält für sein Eigenthum?
Laß dieß anietzt, Herr, schawen
Vnd hilff mir eilends fort,
Führ, o du Pracht der Frawen,
Bey ihm für mich das Wort.

Ich komm aus reinen Enden,
Erschrecket nicht für mir,
Deß wil ich euch verpfänden
Glimpf, Ehr vnd alle Zier,
Ich wil nicht vor Euch kommen,
Lasst meine Bitte nur
Nicht seyn vnangenommen,
Vnd helfft mir mit der Fuhr.

Ihr könnt ja nicht entbehren
Der angesteckten Stadt,
Sie muß euch offt gewehren
Waß Waldaw gar nicht hat,
Ihr müsset euch nicht schewen,
Giebt euch der Artzt waß ein,
Wer weiß, ob die Artzneyen
Gantz vnverdächtig seyn.

Sonst habt ihr mir erwiesen
Der Gutthat also viel,
Daß ich sie vngepriesen
Nicht lassen kan noch wil.
So helfft mir ietzt auch stillen
Die Vrsach dieser Pein,
Und wo nicht meinet Willen,
Doch meiner Reim allein.