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Einzugs-Lied von

Einzugs-Lied bey höchst feyr- und erfrewlicher Einkunfft Sr. Churfürstl. Durchl. Hn. Hn. Friderich Wilhelmen etc. etc. etc. in Dero Hertzogthumb Preussen und Churfürstl. Residentz Königsberg

1641.

Du Gesegneter des Herren,
Komm, zeuch gnädig ein! wir sperren
Thör und Hertzen Dir weit auff,
Komm, Dein Preussen kompt zu hauff,
Wünschet Deiner Herrschaft Segen:
Dir legt Königsberg sich an
Auch so schön es immer kan,
Aller Pracht ist Deinetwegen,
Der Triumph-Gebäwde Zier
Pranget, Unserm Fürsten, Dir.

Dieser wehrte Tag wird Preussen,
Weil es stehet, heilig heissen,
Die wir jetzt am Leben sind
Bringen ihn auff Kindes-Kind,
Alle Nach-Welt wird ihn fassen,
Was das Kind die Mutter fragt,
Sie dem Kinde wieder sagt,
Was man redet auff den Gassen,
Was man hin und her ohn Ruh
Sorgt und schaffet, das bist Du.

Du bist, dem wir hin und wieder
Singen Ehr- und Frewden-Lieder,
Weil Dich auch das Wetter ehrt
Der Geschütze, die man hört,
Dir gibt Wall und Schantze Flammen,
Menschen, Wild, Wald, Himmel, Schnee,
Kälte, Glut, Lufft, Erde, See
Tretten Dir in Dienst zusammen:
Jedes ehrt, so gut es mag,
Churfürst, Deinen Einzugs-Tag.

Komm, wir sehen umb dich schweben
Billigkeit, Lust, Fried' und Leben,
Lauter Gnüg und Gnaden-Schein
Zeucht mit Unserm Fürsten ein.
Du wirst Heil dem Lande bringen,
Held, dem Lande, welches fast
Durch der Zeiten schwere Last
Wil mit seinem Tode ringen,
Hilff ihm, es verlässet sich
Einig noch auff Gott und Dich.


1. Sonnet.

Daß dich so eine Welt an Kindern, Jung- und Frawen
Und Männern, ChurFürst, sieht, Zürn ja darüber nicht
Gott kommt sonst nimmermehr uns Menschen zu Gesicht,
Wir sind sein Bild in dir begierig anzuschawen.


2. Sonnet.


Über den Eingang der Schloßbrücke.

Du Seule Brandenburgs, du Preussens Sicherheit,
O Fridrich Wilhelm, Trost und Hoffnung vieler Lande,
Sey willkomm deinem Volck hie an des Pregels Rande!
Des Höchsten Ehrendienst ist wegen dein erfrewt,

Verspricht Uns unter Dir die alte güldne Zeit;
Gerechtigkeit und Fried in jedem Ort und Stande
Verknüpffen dir sich fest mit einem güldnen Bande,
Du machst, daß alles wil genesen weit und breit.

In dem dein Eintzug Uns die Hoffnung aber giebet,
So wirstu billich nie von uns auch gnug geliebet;
O leb Uns werthes Haupt, sey Uns ein Sonnen-schein,

Der nimmer untergeht! schon jetzt mit deiner Jugend
Dringt Fama durch die Welt, du wirst bey solcher Tugend
Nicht hie nur, sondern auch im Himmel Hertzog seyn.