Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

So viel Stern' am Himmel stehen von

So viel Stern' am Himmel stehen,
so viel Schäflein als da gehen
in dem grünen, grünen Feld,
So viel Vögel als da fliegen,
als da hin und wieder fliegen,
so viel mal sei du gegrüßt.

Soll ich dich denn nimmer sehen,
ach, das kann ich nicht verstehen,
o du bittrer Scheidensschluß!
Wär ich lieber schon gestorben,
eh ich mir ein Lieb erworben,
wär ich jetzt nicht so betrübt!

Weiß nicht, ob auf dieser Erden
nach viel Trübsal und Beschwerden
ich dich wiedersehen soll.
Was für Wellen, was für Flammen
schlagen über mir zusammen,
ach, wie groß ist meine Not!

Mit Geduld will ich es tragen,
alle Morgen will ich sagen:
o mein Schatz, wann kommst zu mir?
Alle Abend will ich sprechen,
wenn mir meine Äuglein brechen:
'o mein Schatz, gedenk an mich!'

Ja, ich will dich nicht vergessen,
wenn ich sollte unterdessen
auf dem Totbett schlafen ein;
Auf dem Kirchhof will ich liegen
wie das Kindlein in der Wiegen,
das ein Lied thut wiegen ein.