Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Vorwärts, vorwärts, Kameraden von

Vorwärts, worwärts, Kameraden

Mel.: Vor der Thüre meiner Lieben

'Vorwärts, vorwärts, Kameraden,
auf dem blutgetränkten Plan!
Vorwärts stürmt zu neuen Thaten,
vorwärts auf der Siegesbahn!

Ob die offnen Feuerschlünde
donnern euch den Tod entgegen,
Ob sein Ziel hier mancher finde,
nehmt die Höhe rasch verwegen!'

Unaufhaltsam wie die Fluten
stürmt die Schar, nichts hält sie auf.
Mancher fällt und viele bluten,
aber vorwärts, vorwärts drauf!

Und daheim in stiller Kammer
des Soldaten Weib jetzt kniet,
Zu dem Herrn in ihrem Jammer
ihre Seele betend flieht.

'Herr der Schlachten, Herr der Gnade!
höre, Herr! ich ruf zu dir!
Leite du des Kriegers Pfade,
schütze du das Liebste mir!

Herr, du hast mich selbst voll Güte
an dies treue Herz gebracht,
Sende jetzt, daß er ihn hüte,
deinen Engel, Tag und Nacht.

Herr, der du mit starken Händen
Völker hebst und niederdrückst,
Du, du kannst das Schwert noch wenden,
wenn's der Feind auch schon gezückt.

Du kennst wunderbare Wege:
Herr, so hilf, ich laß dich nicht!
Ganz in deine Hand ihn lege,
Herr, auf dich vertraue ich!'

Vorwärts, vorwärts, Kameraden,
wo der Schlachtendonner brüllt,
Wo die berstenden Granaten
in den Boden sich gewühlt!

Wo sich manches frische Leben
wie das Gras hinweg gemäht,
Da voll Kampflust, sonder Beben,
er für den sie betet steht.

Und zur blutgetränkten Erde
sieht sein Auge plötzlich hin:
Als wenn festgebannt es werde
fesselt etwas seinen Sinn.

Und der Held so todesmutig
beugt sich jetzt zur Erd hinab,
Bricht im Kleefeld feucht und blutig
das erspähte Vierblatt ab.

Zischend über ihm im Bogen
flieget die Granate fort.
Er liegt noch ins Knie gebogen
wunderbar gerettet dort.