Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Warum sind der Thränen von

Warum sind der Thränen
unterm Mond so viel?
Und so manches Sehnen,
das nicht laut sein will?
Nicht doch, lieben Brüder!
ist dies unser Mut?
schlagt den Kummer nieder,
es wird alles gut!

Aufgeschaut mit Freuden,
himmelauf zum Herrn!
Seiner Kinder Leiden
sieht er gar nicht gern.
Er will gern erfreuen,
und erfreut so sehr;
seine Hände streuen
Segens gnug umher.

Nur dies schwach Gemüte
trägt nicht jedes Glück.
Stößt die reine Güte
selbst von sich zurück.
Wie's nun ist auf Erden,
also sollt's nicht sein;
laßt uns besser werden:
gleich wird's besser sein.

Der ist bis zum Grabe
wohl beraten hie,
Welchem Gott die Gabe
des Vertrau'ns verlieh.
Den macht das Getümmel
dieser Welt nicht heiß,
wer getrost zum Himmel
aufzuschauen weiß.

Sind wir noch vom Schlummer
immer nicht erwacht?
Leben und sein Kummer
dau'rt nur Eine Nacht.
Diese Nacht entfliehet,
und der Tag bricht an,
eh man sich's versiehet -
dann ist's wohlgethan.

Wer nur diesem Tage
ruhig harren will,
Kommt mit seiner Plage
ganz gewiß ans Ziel.
Endlich ist's errungen,
endlich sind wir da!
Droben wird gesungen
ein Viktoria!