Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wer gleichet uns Turnern, uns frohen? von

Wer gleichet uns Turnern, uns frohen?
Mag Wind und Wetter uns drohen
in dem Feld;
Wir gehen und wagen,
die Arbeit zu tragen;
es kümmert uns nicht,
was um uns geschicht.

Und wann nun der Morgen thut grauen,
wir freudig Turner schon schauen
in das Feld,
Durch Ringen und Laufen
die Kraft zu erkaufen,
zu stärken die Brust
mit Mut und mit Lust.

Und wenn wir zum Platze gekommen,
da haben den Ger wir genommen
in dem Feld;
Ihn kräftig zu schwingen,
zum Ziel ihn zu bringen,
das stärket den Arm,
macht rüstig und warm.

Wenn mutig sich tummeln die Knaben,
zu tief ist wohl nimmer ein Graben
in dem Feld;
Wir springen darüber,
hinüber, herüber,
es freuet uns sehr,
und suchen uns mehr.

Die Gipfel der Bäume uns nicken,
möchten gerne da oben wohl blicken
in das Feld;
Wir stemmen die Glieder
und klimmen hinwider,
und - oben sind wir! -
wie lustig ist's hier!

Doch in kräftig sich regendem Spiele,
da giebt es der Freuden noch viele
in dem Feld!
Aufs Roß wir uns schwingen,
und führen die Klingen,
und werfen den Stein
in die Wolken hinein.

Wer mag wohl die Dinge all zählen,
die mutige Turner sich wählen
in dem Feld?
Die Glieder zu recken,
den Mut zu erwecken,
mit kräft'gem Gewinn
zu stärken den Sinn.

Drum, wer sich nur wacker will nennen,
der mag sich als Turner bekennen
in dem Feld;
Er soll mit uns ringen,
und laufen und springen,
so gewinnet er bald
viel Mut und Gewalt.

Wenn die Trommel zum Kriege einst schlagen,
die Turner wohl nimmer verzagen
in dem Feld.
Wir wissen zu streiten,
den Sieg zu bereiten,
im Ernst, wie im Schmerz,
der Turner hat Herz.