Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wo findet die Seele die Heimat der Ruh von

Wo findet die Seele die Heimat der Ruh,
wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu?
Ach, bietet die Welt keine Freistatt mir an,
wo Sünde nicht kommen, nicht anfechten kann?
Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht,
die Heimat der Seelen ist droben im Licht.

Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn,
die Heimat der Seelen, so herrlich, so schön!
Jerusalem droben, von Golde erbaut,
ist dieses die Heimat der Seelen, der Braut?
Ja, ja, ja, ja, dieses allein
kann Ruhplatz und Heimat der Seelen nur sein!

Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht!
Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht,
Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang,
bewillkommt die Seele mit süßem Gesang.
Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmlische Ruh
im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu!