Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Zu Koblenz auf der Brücken von

Zu Koblenz auf der Brücken
da lag ein tiefer Schnee,
Der Schnee der ist geschmolzen,
das Wasser fließt in See.

Es fließt in Liebchens Garten,
da wohnet niemand drein,
Ich kann da lang warten,
es wehn zwei Bäumelein.

Die sehen mit den Kronen
noch aus dem Wasser grün,
Mein Liebchen muß drin wohnen,
ich kann nicht zu ihr hin.

Wenn Gott mich freudlich grüßet
aus blauer Luft und Thal,
Aus diesem Flusse grüßet
mein Liebchen mich zumal.

Sie geht nicht auf der Brücken,
da gehn viel schöne Frau'n,
Sie thun mich viel anblicken,
ich mag die nicht anschaun.