Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Mein Abschied auß der bösen Welt von

Mein Abschied auß der bösen Welt
Vnd auß den schweren Banden
Ist nun einmal vorhanden,
Ich bin dem Tode vorgestellt,
Vnd muß das Reich zu erben
Gleich wie ein Opffer sterben.
Ich habe ritterlich gekämpfft
Vnd meinen Lauff vollendet,
Der Feinde wütten ist gedempfft,
Vnd alle Noht geendet.

In diesem Lauff vnd harten Streit
Hat mir der Feind den Glauben
Dennoch nicht können rauben.
Die Krone der Gerechtigkeit,
Die jenes Leben heget,
Ist schon mir beygeleget,
Got, der im letzten Welt-gericht
Das Richter-Ampt wird führen,
Wird selbst mich in dem wahren Liecht
Mit solcher Krone zieren.

Drumb, meine Liebsten, lasset ab
Viel jämmerliches klagen
Vmb meinen Tod zu tragen,
Diß Sterben, dieses finstre Grab
Ist mir auß allem leiden
Der Richtsteig zu den frewden.
Ihr müsset auch von hinnen ziehn,
Doch bleibet euch das Leben,
Wo jhr die Sünde werdet fliehn
Vnd Christo euch ergeben.

Denn das gewünschte Himmel-gut
Ererben alle Frommen,
Die Christum angenommen,
Die hie sich gründen auff sein Blut,
In seiner Furcht sich üben
Vnd seine Zukunfft lieben:
Mit solchem trost bin ich verwahrt,
Vnd wil das Heil gewinnen,
Begebe drauff mich auff die fahrt,
Vnd scheide so von hinnen.