Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Was hat ein frommer Christ doch Noth von

Was hat ein frommer Christ doch Noth
So heydnisch sich zu halten,
Wenn Gott jhm selig durch den Todt
Die Seinen läst erkalten?
Ihm ist ja auß der Schrifft bekant
Daß, die auff Christum sterben,
Den Himmel vnser Vaterland
Vnwiedersprechlich erben,

Da Gott den wahren Reichthum Sich
Giebt herrlich zu geniessen,
Da Frewden sind, vnd mildiglich
Des Lebens Ströme fliessen:
Da weder Hertzleid noch Gefahr
Mag ewig hin gelangen,
Vnd da der lieben Engel Schar
Die Frommen stets vmbfangen.

Der Außerwehlten Frewd vnd Lust
Geht vber alle Zungen,
Sie ist noch keinem je bewust,
Ist keines Hertz durchdrungen,
Kein Aug hat jemahls angesehn,
Kein Ohr hat je gehöret,
Was dem dort gutes sol geschehn
Der Gott hie hertzlich ehret.

Wer diese Sachen allzumahl
Sich Christlich läst bedeuten,
Wird lachend auß dem Jammerthal
Die Seinen hin begleiten,
Vnd wünschen, daß auch er der Pein
Des Kummers dieser Erden
Durch ein gewünschtes Stündelein
Bald mag befreyet werden.

Wir wollen, die sich fort gemacht,
Im Friede schlaffen lassen,
Vnd bloß nur seyn auff vns bedacht,
Der Sünden wege hassen,
Daß wir, weil sie nun ewig nicht
Zu vns zurücke kommen,
Zu jhnen in das wahre Liecht
Bald werden auffgenommen.