Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Terra vale! æternas mens mea quærit opes von

Terra vale! æternas mens mea quærit opes

Was wilst du armes Leben
Dich trotzig noch erheben,
Du must ohn Seumnüs fort!
Recht wie fern von der Erden
Die schnellen Wolcken werden
Zerflattert durch den Nort.

Das, was man vmd dich spüret,
Was dich betrieglich zieret,
Dein Ansehn, deine Gunst,
Ist nur ein Hauß der Plagen,
Vnd, recht davon zu sagen,
Ein Schatten, Rauch vnd Dunst.

Du zeigst an allen Enden
Vns mit Vntrewen Händen
Der Wollust falschen Schein.
Die sich verleiten lassen,
Was müssen sie erfassen?
Die strenge Seelen-Pein.

Drumb weil ich ja muß sterben,
So wil ich mich bewerben
Vmb ein recht gutes Gut:
Vmb ein standhafftes Leben,
Das Christus mir kan geben
Durch seiner Vnschuld Blut.

Herr Jesu, Zwang der Hellen,
Der Du vns Tausent stellen
Im Himmel auffgeräumbt,
Nimm mich in Deine Hände,
Weil meines Lebens Ende
Sich nahet vngesäumbt!

Eil' auß den finstern Hölen
Mit meiner armen Seelen,
Vnd bring mich an das Licht,
Da du selbst, Glantz vnd Sonne,
Mit Strahlen deiner Wonne
Verklährst mein Angesicht!

So werd' ich selbst anschawen,
Worauff wir hie nur bawen
Durch Glauben an dein Wort,
Vnd mit der Schaar der Frommen
Auß Sturm vnd Wellen kommen
Zu dem gewünschten Port.