Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Aus der Gnomenwelt von

Aus der Gnomenwelt

Im Gestrüpp, wo dichtgeschart
Eriken und Farrenkräuter,
Liegt der Gnom und streicht den Bart,
Als ein Fürst der Bärenhäuter;
Mausefellen ist dein Rock,
Weidenbast die Pluderhose,
Ein Wachholderreis sein Stock,
Und sein Dolch ein Dorn der Rose.

Horch, da rauscht es in dem Gras,
Und es schwanken Halm und Farren,
Leise schlüpft's und gleißt wie Glas,
Daß des Gnomen Glieder starren;
Unter ziegelrotem Dach
Eines mächt'gen Fliegenschwammes
Äugelt grün und zornig ach!
Eidechslein, das Kind des Schlammes.

Kaum nun springt der Gnom hervor,
Schlängelt sich das Tier im Ringe,
Schäumt und züngelt, daß empor
Furchtsam flieh'n die Schmetterlinge.
Hurtig zückt der Gnom den Speer
Heißen Ingrimms auf den Drachen,
Zischend springt das Blut empor
Aus dem Salamanderrachen.

Jener trennt den Kopf vom Rumpf,
Steckt ihn auf die Brombeerlanze,
Und im seligsten Triumph
Flicht er Eichlaub sich zum Kranze;
Siegreich zieht er dann einher,
Zeigt sich Vettern, Basen, Ohmen,
Widerhallt im Land die Mär
Stolz vom Ritter Görg der Gnomen.