Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Heidebilder von

Heidebilder

Die Mittagssonne brütet auf der Heide,
im Süden droht ein schwarzer Ring.
Verdurstet hängt das magere Getreide,
behaglich treibt ein Schmetterling.

Ermattet ruhn der Hirt und seine Schafe,
die Ente träumt im Binsenkraut,
die Ringelnatter sonnt in trägem Schlafe
unregbar ihre Tigerhaut.

Im Zickzack zuckt ein Blitz, und Wasserfluten
entstürzen gierig dunklem Zelt.
Es jauchzt der Sturm und peitscht mit seinen Ruten
erlösend meine Heidewelt.


In Herbstestagen bricht mit starkem Flügel
der Reiher durch den Nebelduft.
Wie still es ist, kaum hör' ich um den Hügel
noch einen Laut in weiter Luft.

Auf eines Birkenstämmchens schwanker Krone
ruht sich ein Wanderfalke aus.
Doch schläft er nicht, von seinem leichten Throne
äugt er durchdringend scharf hinaus.

Der alte Bauer mit verhaltnem Schritte
schleicht neben seinem Wagen Torf.
Und holpernd, stolpernd schleppt mit lahmem Tritte
der alte Schimmel ihn ins Dorf.