Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wiegenlied von

Wiegenlied

Vor der Türe schläft der Baum,
durch den Garten zieht ein Traum.
Langsam schwimmt der Mondeskahn
und im Schlafe kräht der Hahn.
Schlaf, mein Wölfchen, schlaf.

Schlaf, mein Wulf. In später Stund
küß ich deinen roten Mund.
Streck dein kleines, dickes Bein,
steht noch nicht auf Weg und Stein.
Schlaf, mein Wölfchen, schlaf.

Schlaf, mein Wulf. Es kommt die Zeit,
Regen rauscht, es stürmt und schneit.
Lebst in atemloser Hast,
hättest gerne Schlaf und Rast.
Schlaf, mein Wölkchen schlaf.

Vor der Türe schläft der Baum,
durch den Garten zieht ein Traum.
Langsam schwimmt der Mondeskahn,
und im Schlafe kräht der Hahn.
Schlaf, mein Wölkchen, schlaf.