Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Musik von

Musik

Über mir im tiefglühenden Azur
steht weißglutwirbelnd,
groß einsam,
das Sonnenrund.
O seine Stimmen seine Chöre!
Zwischen knistergelben Getreidebreiten,
weiten, großen, goldenen Flächen,
durch trockene Hochsommergluten
den grauen Feldweg hin
ins schwirrende Geländ' hinein.
Tiefe, große, überhell glühe Hochsommermittagsstille,
feierlichste Lichttiefen.
Oh, ihre Chöre!
Aber kommt mir plötzlich,
still, klein, geduckt,
vorgedrückte Schultern,
beide Hände eifrig dicht am Mund,
ein Bauernjunge entgegen;
kleines, dunkles, kriechendes Etwas
mitten im weißstaubigen Weg.
Spielt sich eins auf der Maultrommel,
still versunken ins zitterfeine Getön.
O jetzt nicht die Eroika!
Auch nicht die Appassionata!
Selbst nicht die Jubelchöre der Neunten!
Nur dies zitterfein webende, webende, webende,
immer so vor sich hin webende
Dreiklangstimmchen!