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Geistliche Dämmerung von

Geistliche Dämmerung

Stille begegnet am Saum des Waldes
ein dunkles Wild;
am Hügel endet leise der Abendwind.

Verstummt die Klage der Amsel,
und die sanften Flöten des Herbstes
schweigen im Rohr.

Auf schwarzer Wolke
befährst du trunken von Mohn
den mächtigen Weiher,

den Sternenhimmel.
Immer tönt der Schwester mondene Stimme
durch die geistliche Nacht.

*

Gebirge: Schwärze, Schweigen und Schnee.
Rot vom Wald niedersteigt die Jagd,
oh, die moosigen Blicke des Wilds.

Stille der Mutter; unter schwarzen Tannen
öffnen sich die schlafenden Hände,
wenn verfallen der kalte Mond erscheint.

Oh, die Geburt der Menschen ...