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Warum, mein Gott? von

Warum, mein Gott?

Was schufst du mich, mein Herr und Gott,
der ich aufging, unwissend Kerzenlicht,
und da bin jetzt im Winde meiner Schuld,
was schufst du mich, mein Herr und Gott,
zur Eitelkeit des Worts,
und daß ich dies füge
und trage vermessenen Stolz,
und in der Ferne meiner selbst
die Einsamkeit?!
Was schufst du mich zu dem, mein Herr und Gott?

Warum, warum nicht gabst du mir
zwei Hände voll Hilfe,
und Augen, waltend Doppelgestirn des Trostes?
und eine Stimm aprilen, regnend Musik der Güte,
und Stirne überhangen
von süßer Lampe der Demut?
Und einen Schritt durch tausend Straßen,
am Abend zu tragen alle
Glocken der Erde
ins Herz, ins Herze des Leidens ewiglich?!

Siehe, es fiebern
so viele Kindlein jetzt im Abendbett,
und Niobe ist Stein und kann nicht weinen.
Und dunkler Sünder starrt
in seines Himmels Ausgemessenheit.
Und jede Seele fällt zur Nacht
vom Baum, ein Blatt im Herbst des Traumes.
Und alle drängen sich um eine Wärme,
weil Winter ist
und warme Schmerzenszeit.

Warum, mein Herr und Gott, schufst du mich nicht
zu deinem Seraph, goldigen, willkommen,
der Hände Kristall auf Fieber zu legen,
zu gehn durch Türenseufzer ein und aus?!
Gegrüßt und geheißen:
Schlaf, Träne, Stube, Kuß, Gemeinschaft, Kindheit, mütterlich?!
Und daß ich raste auf den Ofenbänken,
und Zuspruch bin, und Balsam deines Hauses,
nur Flug und Botengang, und mein nichts weiß,
und im Gelock den Frühtau deines Angesichts!