Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Die Wolke von

Die Wolke

Hochher schimmernde Burg, die sich der Himmel baut!
Zwischen Baum und Gebüsch, hinter dem schwarzen Berg
steigst gewaltig du auf, golden die Türm umsäumt,
Herrin über des Abends Reich.

Wie du wunderbar dich wandelst von Blick zu Blick,
dennoch bleibst, was du bist: himmlischer Traum und Hauch:
Folgend tiefstem Gesetz, schenkst du dem Aug das Bild,
das der Dichter in sich geschaut.

Nun aus seinem Gedicht strahlend der Gott hertritt,
Abbild ist es von dir, die du den Donner trägst,
in den Hallen aus Hauch birgst das erhabne Haupt
und die Stirn, die den Blitz gebiert.